
Es gibt eine Zahl, die mich nicht loslässt. Laut der Digitalisierungsumfrage der Industrie- und Handelskammern setzen inzwischen rund 38 Prozent der deutschen Unternehmen KI ein. Im Handwerk sind es 8 bis 10 Prozent. Diese Lücke ist keine Statistik — sie ist eine offene Flanke.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde diese Zurückhaltung nicht dumm. Ein Handwerksbetrieb hat andere Sorgen als das nächste Tech-Spielzeug. Volle Auftragsbücher, Fachkräftemangel, Material, das teurer wird. Da steht "künstliche Intelligenz" verständlicherweise nicht oben auf der Liste. Es klingt nach Silicon Valley, nicht nach Werkstatt.
Vorsprünge entstehen nicht, wenn alle gleichzeitig loslaufen. Sie entstehen in genau diesem Moment — wenn die meisten noch zögern und ein paar schon anfangen. Wer 2026 die ersten Schritte macht, baut etwas auf, das die Zögernden in zwei Jahren teuer einkaufen müssen: Routine, Erfahrung, ein Gefühl dafür, was funktioniert und was nicht.
Und nein, es geht nicht darum, Ihren Meister durch einen Roboter zu ersetzen. Das Handwerk selbst bleibt Handwerk. Es geht um alles drumherum — den Papierkram, das Marketing, die Kommunikation, die Ihnen die Zeit für die eigentliche Arbeit wegfrisst.
Lassen wir den großen Begriff weg und reden über den Dienstagvormittag. Hier sind Dinge, die heute schon funktionieren, ohne dass Sie Informatik studieren müssen:
Mein ehrlicher Rat: Fangen Sie klein an. Suchen Sie sich eine einzige nervige, wiederkehrende Aufgabe — die, bei der Sie jedes Mal seufzen. Lösen Sie die mit KI. Wenn es funktioniert, nehmen Sie die nächste. Niemand muss seinen ganzen Betrieb umkrempeln. Der Trick ist nicht der große Wurf, sondern der erste Schritt.
Die acht bis zehn Prozent, die schon angefangen haben, sind nicht klüger als Sie. Sie haben nur früher den ersten Schritt gemacht. Und das ist die einzige Hürde, die wirklich zählt.


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