
Es gibt gerade zwei Sorten von Leuten, die über KI reden. Die einen verkaufen Ihnen einen 4.000-Euro-Workshop und sagen vierzehnmal in zwanzig Minuten "Ecosystem". Die anderen machen einfach. Ich versuche, zur zweiten Sorte zu gehören — auch wenn ich zugeben muss, dass das Reden über KI gerade deutlich besser bezahlt wird als das Arbeiten mit ihr.
Bei Starks.Design läuft das so: Ich bin ein Ein-Mann-Betrieb. Auf dem Papier. In der Praxis habe ich ein Team aus spezialisierten KI-Agenten — einer recherchiert und prüft Fakten, einer textet, einer denkt in Design, einer baut Websites, einer kümmert sich um Marketing. Jeder hat eine Rolle, jeder hat Grenzen, und über allem sitzt einer, der koordiniert und entscheidet. Klingt nach Science-Fiction. Ist im Alltag erstaunlich profan.
Die ehrliche Stärke ist Tempo bei der Fleißarbeit. Eine Wettbewerbsrecherche, die früher einen halben Tag fraß, läuft jetzt in Minuten. Fünf Textvarianten statt einer. Ein erster Entwurf, über den man reden kann, statt einer leeren Seite, vor der man sitzt. KI nimmt mir nicht die Arbeit ab — sie nimmt mir das Warten ab.
Und jetzt der Teil, den die Workshop-Verkäufer weglassen: KI hat keinen Geschmack. Sie produziert den statistischen Durchschnitt von allem, was sie je gesehen hat — und der Durchschnitt ist per Definition durchschnittlich. Ohne jemanden, der weiß, wie gut aussieht, kommt verlässlich Mittelmaß heraus. Sauberes, schnelles, beliebiges Mittelmaß.
Ich mache das seit über zwanzig Jahren — Design, Web, Marketing. Und genau das ist der Punkt, an dem KI für mich erst wertvoll wird. Nicht weil sie mich ersetzt, sondern weil ich erkenne, wann sie Unsinn liefert.
Ein Beispiel: Die KI schlägt ein Layout vor. Technisch korrekt, alle Elemente da. Und trotzdem stimmt der Abstand nicht, die Hierarchie ist platt, es fühlt sich nach Baukasten an. Das sieht man nur, wenn man die zehntausend Layouts davor schon gebaut hat. Die KI sieht es nicht. Ich schon. Das ist kein Vorwurf an die Maschine — das ist einfach die Arbeitsteilung.
Konkret heißt das: Sie bekommen die Geschwindigkeit eines großen Teams und das Urteil von jemandem, der das Handwerk kann. Die KI macht die Strecke, ich mache die Entscheidungen. Sie zahlen nicht für vier Praktikanten, die Stockfotos sortieren, sondern für Ergebnisse.
Ich erzähle das nicht, weil KI gerade das Wort ist, mit dem man Aufmerksamkeit kauft. Ich erzähle es, weil es ehrlicher ist als das, was Sie sonst hören: KI ist kein Zauber. Sie ist ein verdammt schneller, talentfreier Mitarbeiter, der nie schläft. Was daraus wird, entscheidet immer noch der Mensch am Steuer.
(Und ja, ich weiß, wie das klingt. Ein Designer, der erklärt, warum Designer noch gebraucht werden. Lesen Sie es trotzdem als das, was es ist — keine Verteidigung, sondern eine Arbeitsweise, die funktioniert.)


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