
Es gibt diese eine Sache, die fast jede zweite Unternehmensseite hat: den rotierenden Header. Oben ein großes Bild, das alle paar Sekunden umspringt. Slide eins: das Team. Slide zwei: ein Angebot. Slide drei: irgendein Spruch über Qualität und Tradition.
Das Problem ist nicht, dass es hässlich wäre. Das Problem ist, dass es nicht funktioniert. Die Zahlen sind seit Jahren eindeutig: Auf Slide eins schaut fast jeder. Auf Slide zwei ein Bruchteil. Auf Slide drei praktisch niemand. Sie haben also drei Botschaften gebaut — und neunzig Prozent Ihrer Besucher sehen nur eine. Welche? Das entscheidet der Zufall, nicht Sie.
Dazu kommt: Das Karussell springt oft weiter, genau während jemand liest. Man fängt einen Satz an, und weg ist er. Das ist ungefähr so charmant wie ein Gesprächspartner, der mitten im Satz das Thema wechselt.
Ganz ehrlich: weil es bequem ist. Das Karussell ist der diplomatische Kompromiss, wenn sich im Unternehmen niemand entscheiden will. Der Vertrieb will sein Angebot oben. Die Geschäftsführung will das Leitbild. Das Marketing will die neue Kampagne. Also kommt alles rein, schön nacheinander, und keiner ist beleidigt.
Nur der Besucher. Der ist verwirrt. Und ein verwirrter Besucher klickt nicht, er geht.
Stellen Sie sich einen guten Verkäufer vor. Er begrüßt Sie nicht mit fünf Sätzen gleichzeitig. Er sagt einen klaren ersten Satz, der sitzt, und führt Sie dann. Genau das soll eine Startseite tun.
Was 2026 funktioniert, ist unspektakulär — und genau deshalb selten:
Gutes Webdesign 2026 ist kein Mehr, sondern ein Weniger. Weißraum ist kein verschenkter Platz, sondern Ruhe, in der das Wichtige wirken kann. Das Schwierige daran ist nicht die Technik. Das Schwierige ist die Entscheidung, was weg darf.
Und ja, das ist unbequem. Eine Sache nach vorne stellen heißt, vier Sachen nach hinten zu stellen. Aber genau das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die alles zeigt — und einer, die etwas verkauft.


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