Schluss mit dem Karussell

Wie viele Menschen klicken eigentlich auf Slide drei Ihres rotierenden Headers?

Scrollen zum anschauen

Das Karussell dreht sich. Ihre Besucher nicht mit.

Es gibt diese eine Sache, die fast jede zweite Unternehmensseite hat: den rotierenden Header. Oben ein großes Bild, das alle paar Sekunden umspringt. Slide eins: das Team. Slide zwei: ein Angebot. Slide drei: irgendein Spruch über Qualität und Tradition.

Das Problem ist nicht, dass es hässlich wäre. Das Problem ist, dass es nicht funktioniert. Die Zahlen sind seit Jahren eindeutig: Auf Slide eins schaut fast jeder. Auf Slide zwei ein Bruchteil. Auf Slide drei praktisch niemand. Sie haben also drei Botschaften gebaut — und neunzig Prozent Ihrer Besucher sehen nur eine. Welche? Das entscheidet der Zufall, nicht Sie.

Dazu kommt: Das Karussell springt oft weiter, genau während jemand liest. Man fängt einen Satz an, und weg ist er. Das ist ungefähr so charmant wie ein Gesprächspartner, der mitten im Satz das Thema wechselt.

Warum es trotzdem überall ist

Ganz ehrlich: weil es bequem ist. Das Karussell ist der diplomatische Kompromiss, wenn sich im Unternehmen niemand entscheiden will. Der Vertrieb will sein Angebot oben. Die Geschäftsführung will das Leitbild. Das Marketing will die neue Kampagne. Also kommt alles rein, schön nacheinander, und keiner ist beleidigt.

Nur der Besucher. Der ist verwirrt. Und ein verwirrter Besucher klickt nicht, er geht.

Eine Startseite ist kein Schaufenster. Sie ist ein Verkäufer.

Stellen Sie sich einen guten Verkäufer vor. Er begrüßt Sie nicht mit fünf Sätzen gleichzeitig. Er sagt einen klaren ersten Satz, der sitzt, und führt Sie dann. Genau das soll eine Startseite tun.

Was 2026 funktioniert, ist unspektakulär — und genau deshalb selten:

  • Ein Held statt fünf. Ein starkes Bild, eine klare Aussage, was Sie für wen tun. Kein Wechselspiel, keine Diashow. Eine Botschaft, die jeder in zwei Sekunden versteht.
  • Ein klarer Knopf. Eine wichtigste Handlung pro Seite — anrufen, anfragen, Termin buchen. Wenn fünf Buttons gleich laut schreien, schreit keiner. Geben Sie dem wichtigsten das meiste Gewicht.
  • Echte Bilder statt Stockfoto-Gräber. Das lächelnde Headset-Team aus der Bilddatenbank glaubt Ihnen keiner mehr. Ein echtes Foto von Ihrer Werkstatt, Ihrem Laden, Ihren Leuten schlägt jedes Hochglanz-Stockfoto.
  • Weniger Text, mehr Antwort. Besucher lesen nicht, sie scannen. Sie suchen die Antwort auf eine Frage: "Bin ich hier richtig?" Beantworten Sie die zuerst, alles andere danach.

Der Mut zur Lücke

Gutes Webdesign 2026 ist kein Mehr, sondern ein Weniger. Weißraum ist kein verschenkter Platz, sondern Ruhe, in der das Wichtige wirken kann. Das Schwierige daran ist nicht die Technik. Das Schwierige ist die Entscheidung, was weg darf.

Und ja, das ist unbequem. Eine Sache nach vorne stellen heißt, vier Sachen nach hinten zu stellen. Aber genau das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die alles zeigt — und einer, die etwas verkauft.

Lichtleaks-Overlay-Sammlung in CD-HülleLichtleaks-Overlay-Sammlung in CD-Hülle

Shop

Tools, Vorlagen und Workflows aus meiner Praxis.

Digitale Produkte für Designer, Unternehmen und Teams, die schneller zu besseren Markenauftritten, Präsentationen und KI-Workflows kommen wollen.

In Shop schauen
Farbenfrohe abstrakte Lichtbänder in Purpur- und Blautönen