
Die teuersten Projektfehler entstehen vor der Konzeption. Wenn das Team in Sprint 2 merkt, dass es das falsche Problem löst, sind drei Wochen weg und die Stimmung im Eimer. Discovery & Research ist die Phase, die genau das verhindert: bevor entschieden wird, was gebaut wird, wird verstanden, warum es überhaupt gebaut werden sollte. Klingt banal, wird trotzdem in zwei von drei Projekten übersprungen.
Ich strukturiere die Recherche-Phase als kompakten Prozess — nicht als wochenlangen Workshop-Marathon. Konkret: Stakeholder-Interviews (was wollen die Entscheider, wo widersprechen sie sich, was sind die nicht-ausgesprochenen Constraints), Nutzer-Research (Interviews, Beobachtung, Datenanalyse wenn verfügbar), Wettbewerbs-Analyse (was machen Vergleichbare, wo ist die Lücke), Synthese in einem Discovery-Report (Probleme priorisiert, Lösungsräume umrissen, klare Empfehlungen mit Argumenten).
Bevor Konzeption beginnt, ist klar, welches Problem das Projekt löst und welches nicht. Stakeholder sind aligned, Nutzer-Annahmen sind validiert, Wettbewerbs-Position ist definiert. Das spart in der Folge wochenlange Diskussionen, weil die Grundlage geklärt ist — und macht das Projekt schneller, weil keine Sprint-Wende mitten in der Produktion mehr nötig ist.
01 — Briefing & Setup. Welche Entscheidung steht an, welche Annahmen werden gerade getroffen, welche Quellen sind verfügbar. Discovery-Scope definieren — kompakt oder ausführlich, je nach Tragweite.
02 — Stakeholder-Interviews. Drei bis fünf Schlüsselpersonen aus dem Unternehmen, jeweils 45-60 Minuten strukturiert befragt. Themen: Ziele, Constraints, Erwartungen, bisherige Erfahrungen, was nicht gesagt aber gemeint ist.
03 — Nutzer- & Markt-Research. Nutzer-Interviews wenn relevant (oft drei bis fünf reichen, um Muster zu erkennen), Daten-Analyse aus vorhandenen Quellen (Analytics, CRM, Support-Tickets), Wettbewerbs-Scan im Markt.
04 — Synthese & Empfehlung. Ergebnisse in einem kompakten Discovery-Report bündeln: Probleme priorisiert, Lösungsräume umrissen, Empfehlung mit Begründung. Plus Workshop mit dem Team, sodass Entscheidungen aus dem Report tatsächlich getragen werden.
FAQ
Theoretisch ja, praktisch teuer. Wenn das Team in Sprint 2 merkt, dass es das falsche Problem löst, sind drei Wochen weg. Discovery ist nicht Bürokratie, sondern Risiko-Reduktion: bevor entschieden wird was gebaut wird, wird verstanden warum es überhaupt gebaut werden sollte. Bei kleinen Projekten reicht eine kompakte Form — ganz weglassen lohnt sich selten.
Ihr kennt was Kunden euch sagen. Research deckt auf, was Kunden nicht aussprechen oder selbst nicht wissen: implizite Erwartungen, Friction-Punkte im Tagesgeschäft, Konkurrenz-Optionen die sie wahrnehmen, Sprache mit der sie über euer Produkt reden. Selbst gut bekannte Märkte produzieren in 60% der Interviews Erkenntnisse, die intern niemand vermutet hat.
Einen kompakten Discovery-Report mit priorisierten Problemen, umrissenen Lösungsräumen und einer klaren Empfehlung. Plus Workshop mit dem Team, sodass die Erkenntnisse nicht im Report stecken bleiben sondern Entscheidungen tragen. Bewusst kein 80-Seiten-Dokument — sondern das Material, das den nächsten Sprint legitimiert.
Je nach Tiefe. Eine kompakte Discovery (Stakeholder-Interviews, kleine Datenanalyse, Quick-Synthese) läuft schnell. Eine ausführliche Discovery mit Nutzer-Research und Wettbewerbs-Analyse braucht mehrere Wochen. Im Briefing klären wir Tragweite und Tempo — schnell für Pilot-Projekte, gründlich für strategische Weichenstellungen.